Unter Leitung von Stefan Claas, der sich mit großer Sensibilität in die unterschiedlichen Werke einfühlte, konnten der Kammerchor Ars Antiqua und sein Kinderchor, das Collegium musicum sowie die Solisten Sigrun Haaser (Sopran) und Christoph Eß (Horn) ihr Können voll entfalten. Schon mit dem Volkslied »Maria durch ein Dornwald ging« zeigte sich die hohe Kultur des Chors, der die einfache Poesie von Text und Noten wie ein kostbares Gut zelebrierte, zunächst dunkel und getragen das bange Warten ausdrückte, um dann hell und schwebend die Hoffnung zu formulieren und schließlich im Zusammenklang von Männer- und Frauenchor das zart empfundene Glücksgefühl »Da haben die Dornen Rosen getragen« aufblühen zu lassen.

Die hohe Gesangskultur setzte sich fort bei Heinrich Schütz’ (1585 bis 1672) Choral »Also hat Gott die Welt geliebt«, der mit großer Reinheit interpretiert wurde und aus Albert Beckers (1834 bis 1899) »Ich hebe meine Augen auf« mit dem verhaltenen Einsatz der Frauenstimmen und dem aufsteigenden Ausdruck der Männer eine zerbrechliche Kostbarkeit machte.

Diese Stimmung nahm das Collegium musicum mit dem Larghetto aus der Serenade für Streicher e-Moll, op 20 von Edward Elgar (1857 bis 1934) mit fließenden Erinnerungen, wehender Melancholie und zartem Verfliegen auf. Die wunderbare Vision eines göttlich beschienenen und für alle freien Jerusalem in dem Lied »The Holy City« von Stephen Adams (1844 bis 1913) mit dem Text von Frederick E. Weatherly (1848 bis 1929) wurde von Sigrun Haaser mit nachsinnender Verve beschrieben. Ihr Sopran vollzog den Traum als die hellsichtig sich steigernde Verifizierung eines ewigen Menschheitswunsches, der sich im Refrain »Jerusalem! Jerusalem!« und dem abschließend »Hosanna forevermore!« zu einem nicht enden wollenden Glücksgefühl erhob.

Auch in Max Bruchs (1838 bis 1920) op 31 Nr. 1 »Die Flucht nach Ägypten« mit Matthias Tautz (Orgel) dem Frauenchor Ars Antiqua und dem Collegium musicum bewies ihre Stimme eine ungewöhnlich starke und schöne Empathie bei der Textgestaltung. Einen fulminanten Höhepunkt setzte das Hornkonzert Nr. 2 in D-Dur, Hob VIID:4 von Joseph Haydn (1732 bis 1809), in dem Solist Christoph Eß nach dem temperamentvollen und rhythmisch betonten Einsatz des Collegium musicum die Melodie mit spielerischer Eleganz aufnahm, bei aller sich erhebender Dominanz und Fülle eine seltene Leichtigkeit bewies und sein Solo mit festlicher Reinheit gestaltete.


Mit der reizvollen keltischen Weihnachtsgeschichte aus Irland »Ein Licht in der Finsternis«, auswendig vorgetragen und lebhaft das besondere irische Naturell und seinen Erfindungsgeist bei nachbarschaftliche Streitigkeiten und der christlichen Versöhnung durch den Pfarrer ausmalend, mahnte Regina Haas-Sauer augenzwinkernd zum Frieden nicht nur im Großen sondern ebenfalls im Kleinen. Damit wurde auch eine Brücke geschlagen zum keltischen Weihnachtslied »Child in a manger«, das vom Kinderchor Ars Antiqua, genau wie die beiden folgenden Vorträge »Il est né le petit enfant« und »Still, still, still«, mit großer Zärtlichkeit und Frische vortragen wurde.


Mit dem »Magnum mysterium« von Morten Lauridsen (geboren 1943), »Tröstet mein Volk« von Eduard Karl Nössler (1863 bis 1943) und dem »Ehre sei Gott in der Höhe« von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 bis 1848) ging ein reiches Programm zu Ende, das markant von den Aschaffenburger Pipes and Drums umrahmt wurde.

 

(Quelle: Mainecho 23.12.2010)

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