»Ave verum« als thematische Mitte

Das »Ave verum (corpus)« von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 bis 1791) bildete die thematische Mitte der stimmig angeordneten Beiträge. Mozart hatte die Fronleichnams-Motette »Ave verum« zur lateinischen Sequenz von der leiblichen Gegenwart des Heilands in der Eucharistie wenige Monate vor seinem Tod komponiert. Der Oratorienchor und das Collegium Musicum in Kammerorchester-Besetzung zeigten mit dem dramatisch bewegten Stück, wie hervorragend sie aufeinander eingestimmt sind.

Messerscharf kamen die Einsätze. Sänger und Musiker modellierten das An- und Abschwellen der Lautstärke wie aus einem gemeinsamen kraftvollen Atem heraus. Dirigent Schüler lenkte beide Ensembles mit so leichter Hand, dass die vielen Stunden fleißigen Probens beinahe in Vergessenheit gerieten.

Wie ein inniger meditativer Nachhall auf das »Ave verum« wirkte das darauf folgende Adagio in g-Moll für Orgel und Orchester von Tomaso Albinoni (1671 bis 1715).
Während Ariane Metz ihren Orgelpart als klar strukturierte, warm tönende Basis gestaltete, entfalteten die Streicher - allen voran Barbara Pöggeler an der Geige und Andreas Lippert am Cello - den immensen Gefühlsreichtum des Stücks.

Matthäus-Passion von Bach

Zuvor hatten Pöggeler und Lippert bereits als Solisten beeindruckt. Zusammen mit Florian Richter an der Oboe (die den Part der vom Komponisten vorgesehenen Alt-Solosingstimme übernahm) machte Pöggeler ein Klangjuwel aus der Aria »Erbarme dich, mein Gott« aus der Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750). Lippert bestach mit subtilem Legato-Spiel im Nocturne für Violoncello Solo und Streichorchester von Peter Tschaikowsky (1840 bis 1893).

Unangestrengt leicht und doch ernsthaft hatte das Orchester das Kirchenkonzert mit der »Sinfony« aus dem Messias-Oratorium von Georg Friedrich Händel (1685 bis 1757) eröffnet. Diese Verknüpfung von Anmut und Konzentration auf den religiösen Inhalt wurde dann auch bis zum letzten Ton des Schlussstücks »Halleluja« durchgehalten. Sopranistin Ute Ziemer bezauberte mit ihrer natürlichen Stimme - aus der sie bewusst alles allzu Spielerische verbannte - gleich mehrfach: mit dem »Agnus Dei« aus Mozarts Krönungsmesse, dem »Ave Maria« von Franz Schubert (1797 bis 1828), das sie kindlich weich gestaltete, und Mozarts »Laudate Domium«. Fein modellierten Chor und Orchester hierzu die Begleitung.

Soli von Bariton Stefan Claas

Bariton Stefan Claas unterstrich mit seinen Soloauftritten den thematischen Kontrast des Konzerts. Die Aria »Mein teurer Heiland« aus Bachs Johannespassion gestaltete er hoch dramatisch, wie von Leid zerrissen, in den anspruchsvollen Koloraturen.

Die Aria »The Trumpet Shall Sound« aus Händels »Messias« hingegen erklang tröstlich, fest und voller Zuversicht. Das Trompetensolo übernahm für den erkrankten Wolfgang Huhn - sehr überzeugend - Tatjana Hinzberger.
Ein moderner Komponist fand allerdings Eingang ins klassische Programm: Karl Jenkins.
Die Männer des Oratorienchors sangen das »Save me from Bloody Men« aus der Friedensmesse »The Armed Man«, die im vergangenen Herbst in der Stadthalle mit großem Erfolg aufgeführt worden war. Das gregorianisch strenge A-Cappella-Stück bildete ebenfalls einen willkommenen Kontrast zur Romantik, die nie schwelgerisch überbetont wurde in dem gelungenen Passionskonzert.

Hintergrund: Lions-Benefizkonzerte

Der 2002 gegründete Lions Club Aschaffenburg-Pompejanum veranstaltet alljährlich in der Vorweihnachtszeit ein Benefizkonzert mit klassischer Musik und hochkarätigen Gastsolisten.
Nun ist das erste Lions-Passions-Konzert am Sonntagabend in der Herz-Jesu-Kirche dazugekommen. Der Großteil des Erlöses ist laut Präsident Claus Harder für die Aschaffenburger Kinderklinik bestimmt. Dort hat der Förderverein ein Hilfsprojekt für Eltern von zu früh geborenen und schwer erkrankten Säuglingen ins Leben gerufen.
Ein kleinerer Teil des Konzerterlöses soll der Seniorenarbeit in der Pfarreiengemeinschaft Zum Guten Hirten zugute kommen.

Quelle: Mainecho 3.4.2014

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